Abmahnung wegen Fan-Art Verkauf auf Etsy?

Auf Etsy, redbubble und anderen Marktplätzen finden Sie zahlreiche Künstler:innen die Ihnen gegen kleines Geld bekannte Figuren und Szenen nachzeichnen und zum Verkauf anbieten (sog. Fan-Art). Vielleicht haben Sie selbst schon überlegt, Ihre Werke zu zum Beispiel Ihrer Lieblingsserie dort anzubieten. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Was ist Fan-Art überhaupt?

Bei Fan-Art handelt es sich um Kunst, die durch die Werke Dritter inspiriert ist. Bei der konkreten Ausgestaltungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten die von einer nahezu identischen Kopie bis (in seltenen Fällen) zur fast vollständigen Verfremdung des Ursprungswerks reichen.

Fanart auf T-Shirts, Poster, Beutel

Ob ein Shirt mit „The Mandalorian“, eine Kaffeetasse mit dem „Witcher“ oder ein Kunstdruck von Daenerys Targaryen, Angebote in diesem Bereich gibt es zu fast jeder Serie, jedem Buch und jedem Videospiel. Dabei reicht das Produktangebot von Schirmen und Jutebeuteln bis hin zu aufwändigen Holzschnitzereien.

Mashups

Bei sogenannten Mashups handelt es sich um die Verbindung mehrerer Werke. So gibt es zum Beispiel mehrere Onlineshops, bei denen Sie T-Shirts mit solchen Motiven erwerben können. Dort werden dann zum Beispiel Figuren von „Shaun das Schaf“ mit Schriftzügen von „Shaun of the Dead“ kombiniert. Und falls Sie das noch nicht ansprechend genug fanden, gibt es auch eine Nachstellung des legendären Beatles-Covers von Abbey Road mit den Droiden aus Star Wars.

Welche rechtlichen Probleme gibt es bei Fanart?

§ 24 Urheberrechtsgesetz – freie Benutzung

Für eine erlaubte Nutzung nach dem Urhebergesetz müssen Sie sich immer fragen, ob Sie ein neues Werk geschaffen haben, neben dem das alte Werk komplett verblasst und quasi nicht mehr erkennbar ist. Dies wird in den wenigsten Fällen so sein, da Fanart ja genau davon lebt, dass der Bezug zu den originalen Werken eindeutig ist. Genau weil Menschen die Serien/Filme/Bücher und die dazugehörigen Figuren lieben, wollen sie ja Kunstwerke dazu kaufen.

Eine Bearbeitung (farbliche Änderungen, Nutzen anderer Maltechniken, Motivabwandlung) ist keine Schaffung eines neuen Werkes, für Sie braucht man immer die Zustimmung der Urheber:innen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für große Firmen, sondern auch für kleine Künstler:innen die z.B. auf Twitter ihre eigenen Comics veröffentlichen. Auch diese Werke darf man nicht einfach übernehmen/bearbeiten und selbst verkaufen.

Markenrechtliche Probleme

Gerade im Fall von Mashups werden oft die Logos bekannter Firmen mit anderen Werken kombiniert. Das Logo einer Firma ist in den meisten Fällen aber rechtlich geschützt und darf nicht einfach ohne Zustimmung verwendet werden. Das gilt natürlich auch, wenn man den Markennamen für die Anpreisung seiner Produkte im Titel oder der Beschreibung verwenden will.

Konsequenzen einer Abmahnung

Wenn Sie Fanart verkauft haben und deswegen eine Abmahnung bekommen haben, kann die Gegenseite nicht nur einen Unterlassungsanspruch und ihre Anwaltskosten bei Ihnen geltend machen, sondern sie kann auch Ihren Gewinn abschöpfen. Das heißt alles, was Sie an dem Verkauf der Kunstwerke verdient haben, müssen Sie herausgeben. Dazu kommen oft noch Schadensersatzansprüche. Sie sehen also, dass der Verkauf von Fanart eine sehr kostspielige Angelegenheit sein kann. Was sie tun können, wenn Sie eine Abmahnung bekommen haben, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kann ich Fanart legal verkaufen?

Wenn Sie Fanart legal verkaufen wollen, müssen Sie eigentlich immer einen entsprechenden Vertrag mit den Urheber:innen oder Marken:inhaberinnen schließen. Natürlich gibt Unternehmen, die eine Nutzung ihrer Werke und Marken nicht abmahnen, da dies oft schlechte Presse mit sich bringt und man den Fans insoweit entgegenkommen will. Aber gerade wenn diese Unternehmen selbst Merchandise anbieten, haben Sie oft kein Interesse daran, dass noch anderweitige Produkte im Umlauf sind. Sie sollten sich auf jeden Fall nicht darauf verlassen, dass Sie schon nicht abgemahnt werden.

Von Jennifer Leopold. Zuletzt aktualisiert am 26. April 2021.

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