Instagramkonto gesperrt: So gehen Sie dagegen vor!

Instagram, Facebook, YouTube, Twitter und Co. – auf sozialen Medien werden Konten grundsätzlich lieber einmal zu häufig gesperrt als einmal zu wenig. Aus Angst vor Sanktionen werden von den Plattformen häufig ohne nähere Prüfung Beiträge gelöscht und Konten gesperrt. Insbesondere bei Geschäftskonten ist dies nicht nur ärgerlich, sondern kann auch zu finanziellen Nachteilen führen.

Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen?

Für eine Mandantin haben wir gerade erfolgreich die Entsperrung ihres Instagram Geschäftskontos durchgesetzt. Ihr Konto war laut Instagram wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt bzw. deaktiviert worden. Instagram war die Ansicht, sie habe wiederholt dieselben Inhalte gepostet und „Gefällt mir“-Angaben oder Abonnent:innen künstlich erlangt.

Für die Mandantin kam diese Nachricht ziemlich überraschend, hatte sie doch nichts dergleichen getan. Eine weitere Erklärung dazu lieferte Instagram auch auf Nachfrage nicht. Die Mandantin hat das von Instagram vorgesehene Beschwerdeverfahren durchgeführt – ohne Erfolg. Als auch nach mehreren Wochen das Instagramkonto nicht wieder freigeschaltet wurde, wandte sie sich an uns.

Solche Meldungen häufen sich vor allem, wenn entweder Dritte Zugriff auf das Instagramkonto haben oder andere Nutzer:innen willkürlich Verstöße melden oder diese vom Algorithmus falsch erkannt werden. Unsere Mandantin konnte aber ausschließen, dass außer ihr jemand Zugang zu dem Account hatte. Grundsätzlich erfolgen solche Sperrungen insbesondere bei dem Verdacht auf Phishing, bei Spam oder rechtswidrigen Inhalten.

Temporäre oder dauerhafte Sperrung möglich

Instagram sperrt die Accounts je nach Schwere des Verstoßes entweder temporär (für ein paar Stunden oder Tage) oder dauerhaft. Die Schwere des Verstoßes schätzen die Mitarbeitenden von Instagram dabei selbst ein, Nutzer:innen bekommen keine Gelegenheit zur Stellungnahme. Oftmals wird ihnen nicht einmal mitgeteilt, welcher Verstoß ihnen vorgeworfen wird.

Möglichkeiten, gegen die Gemeinschaftsrichtlinien zu verstoßen, gibt es viele: Nacktheit, Spam, irreführende Bewertungen, Fake-Profile, der Verkauf von Alkohol oder lebenden Tieren, Hassrede u.v.m.

Beschwerde bei Instagram

Wenn Ihr Profil gesperrt wurde, haben Sie die Möglichkeit, über den Instagram-Hilfebereich eine Beschwerde gegen die Sperrung einlegen.

Hier müssen Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre bei Instagram hinterlegte E-Mail-Adresse und vor allem Ihren Instagram-Benutzernamen angeben.

Für das Freitextfeld können Sie gerne den folgenden Mustertext nutzen:

Guten Tag,

am (hier Datum einfügen) musste ich feststellen, dass mein Instagram-Account wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt wurde. Ich wurde vor der Sperrung nicht angehört. Ich bin mir keinerlei Handlungen bewusst, die einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen darstellen würden. Daher fordere ich Sie auf, mein Profil bis zum (hier heutiges Datum plus eine Woche einsetzen) zu entsperren. Kommen Sie dem nicht nach, werde ich gerichtliche Hilfe ich Anspruch nehmen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

(hier Ihren Namen einfügen)

Einstweilige Verfügung möglich

Je nachdem, wie viel Zeit seit der Kontosperrung vergangen ist, kommt eine einstweilige Verfügung gegen Instagram in Betracht. Eine sofortige Sperrung ohne Anhörung und Gelegenheit zur Stellungnahme ist nämlich rechtswidrig. Dies hatte der BGH erst vor Kurzem in aller Deutlichkeit entschieden.

Bei einem dauerhaft gesperrten (Geschäfts-)Konto sollten Sie sich auf jeden Fall entscheiden zu handeln, denn solche Konten werden ansonsten nach 90 Tagen von Instagram gelöscht.

Aufgrund einiger Besonderheiten dieses Falles entschied sich die Mandantin gegen eine einstweilige Verfügung, weswegen wir Instagram außergerichtlich zur Entsperrung des Accounts aufforderten. In der Folge wurde der Account unserer Mandantin entsperrt und sie kann ihn nun wieder für ihr Unternehmen nutzen.

Checkliste: Was Sie bei einer Sperrung Ihres Kontos tun können

  1. Nachrichten und Inhalte sichern

    Vor allem, wenn Ihr Konto zunächst nur eingeschränkt wurde, sollten Sie unbedingt Ihre Nachrichten und Inhalte sichern. In den Einstellungen können Sie unter Sicherheit – Daten und Verlauf – Ihre Daten herunterladen.

  2. Kontakt mit Instagram aufnehmen

    Im Normalfall wird Instagram Sie mit einer genauen Anleitung zur Identitätsbestätigung auffordern, dem sollten Sie, um den Vorgang zu beschleunigen, auch nachkommen.

  3. Screenshots anfertigen

    Wird Ihr Account gesperrt, teilt Ihnen Instagram manchmal zumindest Anhaltspunkte für eine Sperrung (z. B. Followerkauf oder Identitätsdiebstahl) mit. Fertigen Sie davon unbedingt einen Screenshot an.

  4. Instagram zur Entsperrung auffordern

    Fordern Sie Instagram per Mail zur Entsperrung Ihres Accounts auf und setzen Sie eine kurze Frist, nach deren Ablauf Sie rechtliche Schritte androhen. Ein Musterschreiben finden Sie oben.

  5. Monatsfrist einhalten

    Für den Fall, dass Instagram nicht reagiert, sollten Sie nach Ablauf der Frist einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung stellen. Verpassen Sie die Frist, ist oftmals nur noch ein langwieriges Klageverfahren möglich.

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Über die Autorin

Rechtsanwältin Jennifer Leopold

Rechtsanwältin Jennifer Leopold berät Unternehmen und Start-Ups in Fragen des Marken- und Wettbewerbsrechts.

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