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Instagram-Sperrung wegen Kontointegrität – So wehren!

Bei Instagram werden immer wieder Accounts mit der Begründung gesperrt, sie würden gegen die „Gemeinschaftsrichtlinien zur Kontointegrität und Authentizität“ verstoßen. Meta teilt dazu mit, dass auch automatisierte Verfahren eingesetzt werden. Das ist ein Grund, warum teilweise auch Instagram-Konten deaktiviert werden, die sich an die Regeln gehalten haben. Wenn Sie von einer Sperrung betroffen sind, sollten Sie zeitnah handeln, um den Zugriff auf Ihr Konto nicht zu verlieren.

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Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Was sind die „Gemeinschaftsrichtlinien zur Kontointegrität und Authentizität“?

Meta hat für Facebook und Instagram eine Vielzahl von Regeln aufgestellt. Die sog. „Gemeinschaftsstandards“ betreffen das Verhalten auf der Plattform. Dazu schreibt das Unternehmen: „Unsere Richtlinien legen fest, was auf Meta-Technologien erlaubt ist und was nicht. Wenn Inhalte gegen unsere Richtlinien verstoßen, ergreifen wir Maßnahmen gegen sie.“

Rechtlich handelt es sich um allgemeine Geschäftsbedingungen. Mit diesen konkretisiert die Plattform das Vertragsverhältnis zwischen ihr und ihren Nutzer:innen.

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Wann darf Instagram einen Account sperren?

Eine dauerhafte Sperrung ist rechtlich als eine Kündigung des Vertragsverhältnisses einzuordnen. Bei einem Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen kann Meta den Vertrag aber nur kündigen, wenn

  • dieser begangen wurde, obwohl die Plattform bereits zuvor wegen anderweitiger Verstöße darauf hingewiesen hat, dass das Konto gekündigt werden kann (Kündigung wegen Wiederholungsfalls) oder
  • dieser schwerwiegend ist und der Plattform eine Fortführung der Vertragsbeziehung nicht zuzumuten ist (Kündigung aus wichtigem Grund).

Ein einfacher und einmaliger Verstoß rechtfertigt eine dauerhafte Sperrung hingegen nicht.

Die Gemeinschaftsstandards umfassen verschiedene Richtlinien, darunter auch die „Gemeinschaftsrichtlinien zur Kontointegrität und Authentizität“. Sie verpflichten Nutzer:innen, echte Identitäten und korrekte Kontoinformationen zu verwenden und verbieten das Erstellen oder Betreiben von gefälschten oder irreführenden Konten oder Aktivitäten.

Beispiele für Verstöße gegen die Kontointegrität und Authentizität

  • Fake-Accounts und Identitätsdiebstahl
  • Betrug und gefährliche Geschäftspraktiken
  • Gehackte Instagram-Accounts

Meta will mit seinen Richtlinien verhindern, dass Personen oder Bots die Plattform missbrauchen, um andere zu täuschen, in die Irre zu führen oder die Meinungsbildung zu manipulieren.

Warum wurde mein Instagram-Konto gesperrt?

Im Fall einer Sperre informiert Instagram beim Login und per E-Mail. In der Sperrnachricht wird auf die „Gemeinschaftsrichtlinien zur Kontointegrität und Authentizität“ verwiesen. Allerdings werden in der Regel keine konkreten Handlungen benannt, die zu der Sperre geführt haben.

Sperrnachricht bei Instagram: Verstoß gegen „Gemeinschaftsrichtlinien zur Kontointegrität und Authentizität“

Dies führt dazu, dass Betroffene nicht wissen, was sie falsch gemacht haben sollen. Generell stellen wir fest, dass Sperrungen oft unbegründet sind. Trotzdem führt ein Einspruch gegen die Sperrung in den meisten Fällen nicht dazu, dass das Konto wieder freigeschaltet wird.

Gegen Instagram-Sperrung vorgehen

Neben den „Gemeinschaftsrichtlinien zur Kontointegrität und Authentizität“ gibt es zahlreiche weitere Sperrgründe. Tipps zum Vorgehen, wenn der Instagram-Account gesperrt wurde, haben wir in einem ausführlichen Artikel zusammengefasst: Instagram-Konto gesperrt: So gehen Sie dagegen vor!

Darf Meta mein Instagram-Konto einfach sperren?

Rechtlich ist die Sache klar: Wenn kein Verstoß begangen wurde, ist eine Sperrung unzulässig. Aber selbst wenn unbeabsichtigt eine Richtlinie nicht eingehalten wurde, berechtigt dies Meta nicht dazu, ein Instagram-Konto dauerhaft zu deaktivieren. Dies ist nur dann zulässig, wenn der Verstoß schwerwiegend ist.

Zusätzlich hat der Bundesgerichtshof festgestellt, dass soziale Netzwerke ihren Nutzer:innen den Grund für eine Sperrung mitteilen und eine Möglichkeit zur Gegendarstellung einräumen müssen (BGH, Urteil vom 29.07.2021 – III ZR 179/20). Diesen Vorgaben werden Plattformen nur gerecht, wenn sie in der Sperrmitteilung konkret darlegen, welche Handlung bzw. welches Posting gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hat und warum.

Die Sperrmeldungen bei Instagram erfüllen die Vorgaben der Rechtsprechung nach unserer Einschätzung allerdings nicht. Denn in der Regel wird nur pauschal auf die „Gemeinschaftsrichtlinien zur Kontointegrität und Authentizität“ verwiesen.

Was kann ich tun, wenn mein Instagram-Konto gesperrt wurde?

Wird ein Profil von Instagram gesperrt, stellt die Plattform grundsätzlich die Möglichkeit zur Verfügung, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Der entsprechende Hinweis erscheint in der Regel direkt nach dem Einloggen in das betroffene Konto. Gleichzeitig weist Instagram darauf hin, dass der Account dauerhaft deaktiviert werden kann, wenn innerhalb der vorgegebenen Frist kein Einspruch eingelegt wird.

Nach den Angaben von Instagram soll die anschließende Überprüfung des Einspruchs innerhalb von etwa 24 Stunden erfolgen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild: Trotz Einlegung des Einspruchs bleibt eine Rückmeldung aus, der Prüfstatus verharrt über Tage oder sogar Wochen unverändert und der Account bleibt weiterhin gesperrt.

Ein Einspruch ist auch über den Instagram-Hilfebereich oder per E-Mail möglich. Hier müssen Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre bei Instagram hinterlegte E-Mail-Adresse und vor allem Ihren Instagram-Benutzernamen angeben.

Für das Freitextfeld können Sie gerne den folgenden Mustertext nutzen:

Formulierungshilfe:

Guten Tag,

am (hier Datum einfügen) musste ich feststellen, dass mein Instagram-Account wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt wurde. Ich wurde vor der Sperrung nicht angehört. Ich bin mir keinerlei Handlungen bewusst, die einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen darstellen würden. Daher fordere ich Sie auf, mein Profil bis zum (hier heutiges Datum plus eine Woche einsetzen) zu entsperren. Kommen Sie dem nicht nach, werde ich gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

(hier Ihren Namen einfügen)

Was tun, wenn Instagram die Sperrung nicht aufhebt?

Bleibt der Instagram-Account trotz fristgerechtem Einspruch gesperrt, kann die Einschaltung einer Anwaltskanzlei den entscheidenden Unterschied machen. In vielen Fällen reagieren Nutzer:innen wochenlang vergeblich auf Support-Anfragen oder erhalten lediglich automatisierte Antworten.

Wendet sich hingegen eine Kanzlei direkt an Instagram, verändert sich die Situation häufig: Für die Plattform entsteht das konkrete Risiko eines gerichtlichen Verfahrens, was die Bereitschaft erhöhen kann, den Einzelfall tatsächlich zu prüfen und sich mit der Sperrung sachlich auseinanderzusetzen.

Rechtlich besteht ein Anspruch auf Entsperrung, wenn Sie keine Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen begangen haben. Instagram darf Accounts nicht willkürlich sperren, dies hat der Bundesgerichtshof bereits entschieden.

Juristische Ansatzpunkte für eine Entsperrung:

  • Kein Verstoß gegen Nutzungsbedingungen: Wenn Sie keinen Verstoß begangen haben, gibt es auch keinen Grund für eine Sperrung.
  • Fehlende Anhörung: Hat Instagram Ihnen vor der Sperrung nicht konkret mitgeteilt, was Sie falsch gemacht haben, kann die Sperrung unberechtigt sein. Nur in Ausnahmefällen ist eine sofortige Sperrung ohne Anhörung zulässig.
  • Technische Fehler: Können Sie sich nicht einloggen und unterstützt Instagram Sie nicht ausreichend, können Sie auch hiergegen vorgehen.
  • Gehackter Account: Im Falle eines Hacks haben Sie selbst keine Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen begangen.
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Rechtsanwalt 

 

Gerichtliches Vorgehen gegen gesperrten Account?

Ob rechtliche Schritte gegen Instagram möglich sind, hängt maßgeblich davon ab, wie lange die Kontosperrung bereits andauert. In vielen Fällen kommt insbesondere der Weg über eine einstweilige Verfügung in Betracht.

Wir haben bereits eine Vielzahl von Verfahren gegen Meta geführt. Ein Gerichtsverfahren führt dazu, dass das Unternehmen sich durch eine Anwaltskanzlei vertreten lassen muss. Dadurch gibt es (immerhin) einen konkreten Ansprechpartner, um das Problem zu lösen.

Auch wenn der Account eingeschränkt wird (z.B. keine Anzeigen mehr geschaltet werden können), kommt eine einstweilige Verfügung in Betracht. Aktuell hat das Landgericht Mainz im Falle eines unserer Mandanten mit Beschluss vom 22.01.2026 (Aktenzeichen: 9 O 30/26) entschieden, dass Werbeeinschränkungen unzulässig sind.

Monatsfrist beachten

Wenn Sie effektiv gegen Meta vorgehen wollen, sollten Sie keine Zeit verlieren. Die Gerichte gehen davon aus, dass ein Eilverfahren nur zulässig ist, wenn in der Regel zwischen erstmaliger Kenntnis von der Sperrung und dem Antrag bei Gericht nicht mehr als ein Monat vergangen ist. Andernfalls ist die Sache nicht mehr „dringlich“ und man kann nur ein langsames Klageverfahren anstrengen.

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