Fake-Profil auf Facebook – was tun?

Facebook ist eine klassische Netzwerk-Plattform. Sie beruht auf persönlichen Beziehungen und echten Identitäten. Genau das macht Facebook zu einem attraktiven Netzwerk für Fakeprofile. Die Schäden sind oft gravierend.

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Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Fake-Profile bei Facebook nutzen das soziale Kapital und das Vertrauen der Nutzer:innen in die Echtheit der Accounts schamlos aus. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie sich wehren können, wenn jemand ein Fake-Profil in Ihrem Namen erstellt hat.

Warum sind Fake-Profile auf Facebook gefährlich?

Drei wichtige Faktoren machen Facebook zu einem perfekten Terrain für Fakeprofile und Online-Scam.

  1. Besonderes Vertrauen
    Facebook-Profile tragen echte Namen, zeigen echte Fotos und weisen mitunter jahrelang Post-Historien auf. Ein Klon-Profil, das Ihre Identität imitiert, wirkt somit besonders vertrauenserweckend.
  2. Die Vernetzung von Instagram, WhatsApp und Facebook im Meta-Universum
    Der Konzern hinter Facebook heißt Meta. Meta betreibt neben Facebook noch zwei weitere bekannte Plattformen: WhatsApp und Instagram. Wer ein Fake-Profil bei Facebook erstellt, kann sich damit auch direkt bei Instagram registrieren. Die Glaubwürdigkeit des Fake-Profils kann steigen und die Angriffsfläche für die Betroffenen ist größer.
  3. Business Manager, Werbeanzeigen, Monetarisierung
    Bei Facebook werden auch kommerzielle Systeme, wie Monetarisierungsprogramme, Shops und Spendenaktionen angeboten. Für Unternehmer:innen und Selbstständige bedeutet das ein besonderes wirtschaftliches Risiko, sollte ein Fake-Profil missbräuchlich Ihre Reichweite benutzen.
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Wer kann betroffen sein?

Privatpersonen
Das klassische Klon-Profil: Profilbild, Name und Profilinformationen werden kopiert und somit eine real existierende Privatperson nachgestellt. Mitunter beginnt das Fake-Profil auch Freundschaftslisten nachzustellen. Genutzt wird das Fake-Profil dann meist zur Rufschädigung, indem unwahre Dinge über Sie und Ihr Privatleben verbreitet oder Bekannte und Freund:innen angeschrieben werden, um Ihre soziale Integrität zu untergraben.

Creator:innen und Influencer:innen
Für Personen mit erheblicher Reichweite können Fake-Profile noch weitere Folgen haben. Insbesondere besteht die Gefahr, dass Content kopiert und in minimal abgewandelter Form im Fake-Profil wieder hochgeladen wird. Es droht mitunter erheblicher Reichweitenverlust. Eine weitere, sich ausbreitende Masche ist das Anschreiben von Follower:innen. Die Fake-Profile schreiben Fans der Creator:innen an, spielen ein persönliches Interesse an der Person vor und bitten schlussendlich um Geldzahlungen oder die Preisgabe persönlicher Daten. Ihnen als Creator:in droht in solchen Fällen ein erheblicher Vertrauensverlust Ihrer Community!

Unternehmen
Auch Unternehmen und Gewerbetreibende können von Fake-Profilen betroffen sein. Auf Facebook lassen sich Unternehmensseiten erstellen, die seriösen Shops und Marken fast identisch sehen. Solche Fake-Accounts werden für Betrugsmaschen oder für gefälschte Gewinnspiele genutzt. Vom wirtschaftlichen Schaden abgesehen, droht ein langfristiger Reputationsschaden für Ihr Unternehmen.

Wann ist ein Fake-Profil strafbar?

Nicht jedes Fake-Profil ist automatisch strafbar. Entscheidend ist, wie das Profil genutzt wird und welche Inhalte darüber verbreitet werden. Das bloße Anlegen eines Profils unter falschem Namen erfüllt für sich genommen noch nicht zwingend einen Straftatbestand. Strafrechtlich relevant wird es jedoch dann, wenn über das Profil konkrete Rechtsverletzungen begangen werden.

Strafbar kann ein Fake-Profil insbesondere dann sein, wenn darüber

  • Betrug begangen wird, etwa durch das Erschleichen von Geld oder sensiblen Daten,
  • Beleidigungen, üble Nachrede oder Verleumdungen verbreitet werden,
  • Bedrohungen, Erpressungen oder Nachstellungen (Stalking) erfolgen,
  • intime Inhalte veröffentlicht oder Personen gezielt herabgewürdigt werden,
  • Fotos ohne Einwilligung verwendet oder manipuliert werden,
  • oder gezielt eine Identität vorgetäuscht wird, um Dritte zu schädigen.

In solchen Konstellationen liegt nicht nur eine Persönlichkeitsrechtsverletzung vor – es kommen vielmehr Straftatbestände des Strafgesetzbuches in Betracht. Betroffene sollten hier sofort anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Je nach Schwere des Falls ist regelmäßig auch die Erstattung einer Strafanzeige sinnvoll.

Wichtig: Die strafrechtliche Verfolgung dient der Ahndung des Täters. Sie führt jedoch nicht automatisch dazu, dass Inhalte schnell gelöscht oder weitere Rechtsverletzungen unterbunden werden. Dafür sind zusätzliche rechtliche Schritte erforderlich.

Rechtliche Möglichkeiten gegen Fake-Profile

Unabhängig von einer möglichen Strafbarkeit stehen Betroffenen zivilrechtliche Ansprüche zu. Fake-Profile greifen häufig in zentrale Schutzrechte der betroffenen Person ein. Aus diesen Rechtsverletzungen ergeben sich konkrete Ansprüche auf Unterlassung, Löschung und gegebenenfalls Schadensersatz.

Namensrecht

Wird Ihr Name ohne Berechtigung verwendet, liegt regelmäßig eine Verletzung Ihres Namensrechts vor – insbesondere dann, wenn durch das Profil der Eindruck entsteht, es handele sich um Ihr echtes oder offizielles Konto. Eine solche Zuordnungsverwirrung kann erhebliche persönliche, berufliche und wirtschaftliche Schäden verursachen.

In diesen Fällen können Sie verlangen, dass die Nutzung Ihres Namens unterlassen und das Profil gelöscht wird. Zudem kommen Auskunftsansprüche in Betracht, um die Identität des Verantwortlichen festzustellen.

Recht am eigenen Bild

Werden Fotos von Ihnen ohne Ihre Einwilligung verwendet oder verbreitet, kann dies Ihr Recht am eigenen Bild verletzen. Das gilt auch für manipulierte, verfremdete oder aus dem Zusammenhang gerissene Aufnahmen. Besonders schwer wiegt der Eingriff bei entstellenden oder sexualisierenden Darstellungen.

Hier bestehen in der Regel Ansprüche auf sofortige Löschung, Unterlassung künftiger Veröffentlichungen sowie – bei schwerwiegenden Eingriffen – gegebenenfalls Schadensersatz oder Geldentschädigung.

Allgemeines Persönlichkeitsrecht

Ehrverletzende Aussagen, falsche Tatsachenbehauptungen, sexualisierte Inhalte oder gezielte Rufschädigungen greifen regelmäßig in das allgemeine Persönlichkeitsrecht ein. Je intensiver die Beeinträchtigung, desto umfassender fallen die rechtlichen Ansprüche aus.

Betroffene können insbesondere:

  • Unterlassung weiterer Rechtsverletzungen verlangen,
  • die Beseitigung und Löschung der Inhalte durchsetzen,
  • unter Umständen Auskunft über den Täter verlangen,
  • sowie bei schwerwiegenden Eingriffen Schadensersatz oder Geldentschädigung geltend machen.

Gerade bei erheblichen Ehrverletzungen oder rufschädigenden Inhalten sollte nicht abgewartet werden, bis die Plattform von sich aus reagiert. Eine anwaltliche Intervention kann die Löschung beschleunigen und weitere Schäden verhindern. In gravierenden Fällen ist zudem zu prüfen, ob parallel strafrechtliche Schritte eingeleitet werden sollten.

Meta Verified

Meta bietet gegen Gebühr das „blaue Häkchen“ an. Dies soll Seriosität und Authentizität vermitteln. Verifizierung kann Identitätsdiebstahl erschweren. Zusätzlich bekommt man als verifizierter Account Zugang zum Verified-Support, um so schneller Hilfe gegen Fake-Accounts zu erhalten.

Was sollte ich konkret tun?

Je nach Aktivität des Fake-Profils bieten sich unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten an.
Unabhängig davon, was das Fake-Profil genau tut, ist die Sicherung von Beweisen in Form von Screenshots essenziell. Wie Sie rechtssichere Screenshots erstellen, haben wir in diesem Beitrag ausführlich erläutert.

Melden Sie das Profil umgehend über die In-App-Funktion als Nachahmung. Geben Sie Ihrer unmittelbaren Umgebung Bescheid, zum Beispiel durch ein Posting oder eine Nachricht. Wenn das Profil bereits Freundschaftsanfragen verschickt, erhöht sich die Dringlichkeit.

Je länger das Profil aktiv ist, desto gravierender kann der Vertrauensverlust ihrer Followerschaft sein. Parallel zur Meldung des Profils bei Meta sollten Sie die Existenz der Fake-Profile auf Ihren Kanälen deutlich kommunizieren. Falls das Fake-Profil auch Ihre Verifizierung missbraucht, sollte dies in der Meldung erwähnt werden.

Als Creator-Partner:in haben Sie bei Meta über den Creator-Support einen priorisierten Bearbeitungsweg. Nutzen Sie ihn!

Sollte Ihr Unternehmen betroffen sein, fügen Sie Nachweise über Ihr Unternehmen und Ihre Marke bei. Nutzen Sie den Meta Rights Manager, um urheberrechtlich geschützte Inhalte über die Plattform zu verfolgen. Es kann in Betracht gezogen werden, den Betreiber des Fake-Accounts direkt abzumahnen, sofern dieser ermittelbar ist.

Schnell handeln bei besonders schweren Fällen

Enthält das Fake-Profil beleidigende, verleumderische oder herabwürdigende Inhalte, werden intime oder sexualisierte Darstellungen verbreitet oder wird gezielt der Eindruck erweckt, Sie hätten bestimmte Aussagen getätigt oder Handlungen vorgenommen, liegt regelmäßig eine schwerwiegende Verletzung Ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts vor.

In solchen Fällen raten wir dringend dazu, nicht zunächst die Reaktion von Meta abzuwarten, sondern unverzüglich anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Je schwerer die Rechtsverletzung, desto schneller sollte gehandelt werden. Durch eine zügige anwaltliche Intervention können Inhalte schneller entfernt, weitere Verbreitung verhindert und Ansprüche auf Unterlassung sowie gegebenenfalls Schadensersatz konsequent durchgesetzt werden.

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„Sie haben ein Fake-Profil von sich entdeckt? Melden Sie sich schnell, um Reputationsschäden zu vermeiden.“


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Wie geht es nach der Meldung weiter?

Das kommt darauf an, ob und wie Meta auf ihre Meldung reagiert. Wird das Fake-Profil entfernt und tauchen auch keine erneuten Fake-Profile auf, scheint sich Ihre Angelegenheit erledigt zu haben.

Kommt Meta Ihrem Löschungsantrag aber nicht nach, oder tauchen binnen kurzer Zeit nach Löschung erneut ähnliche Fake-Profile auf, wird es höchste Zeit für juristische Unterstützung.

Monatsfrist beachten

Für ein gerichtliches Eilverfahren bleibt in der Regel nur ein Monat ab Kenntnisnahme vom Fake-Profil. Wer zu lange wartet, riskiert, diesen Weg zu verlieren. Schnelles Handeln ist daher entscheidend. Melden Sie sich schnell!

Täteridentifizierung

Sie wissen, wer hinter dem Fake-Profil steckt? Sehr gut, dann können sämtliche Ansprüche direkt gegen den Täter gestellt werden.

Wenn nicht, raten wir dazu, sich unmittelbar an Meta zu halten. Meta ist zur Löschung rechtswidriger Inhalte verpflichtet. Hält Meta diese Pflicht nicht ein, können Sie Ihre Ansprüche direkt gegen Meta per Abmahnung und Einstweiliger Verfügung geltend machen.

Gericht: Meta muss Fake-Profile unterbinden

Eine gute Nachricht für Betroffene: Das OLG München hat im Januar 2026 entschieden, dass Meta nicht nur einmal löschen muss – die Pflicht gilt auch für neue, inhaltsgleiche Fake-Profile, die nach einer Löschung unter anderer URL wieder auftauchen. Entscheidend ist, dass Sie das Profil konkret melden: Damit setzen Sie die Haftung der Plattform in Gang. (OLG München, 20.01.2026 – 18 U 2360/25 Pre)

Entscheiden Sie sich für eine Strafanzeige bei der Polizei, können wir außerdem einen Antrag auf Auskunft über Bestandsdaten stellen, sodass der Täter unter Umständen auf diesem Wege ermittelt werden kann.

Schadensersatz

Für Schadensersatz müssen Sie einen Schaden nachweisen. Das können zum Beispiel entgangene Aufträge oder Umsatzeinbußen durch einen Reputationsschaden sein.

Schmerzensgeld kommt hingegen bei besonders schwerwiegenden Eingriffen in Ihr Persönlichkeitsrecht in Betracht. Ob und in welcher Höhe ein solcher Anspruch besteht, ist stark einzelfallabhängig. Lassen Sie Ihre Ansprüche daher von einem Anwalt prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Fake-Profile auf Facebook besonders gefährlich?
Wer ist von Fake-Profilen betroffen?
Welche Rechte können durch ein Fake-Profil verletzt werden?
Was sollte ich tun, wenn ich ein Fake-Profil entdecke?
Kann ich rechtlich gegen Fake-Profile vorgehen und Schadensersatz verlangen?

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